Viele Ärztinnen und Ärzte kennen das Gefühl: Die Praxissoftware kann vieles, aber nicht das, was man im Alltag wirklich braucht. Anpassungen sind teuer oder gar nicht möglich. Mit KI lässt sich das heute anders lösen. Man beschreibt in normaler Sprache, was stört, und die KI baut eine Lösung dafür.
Dieser Artikel zeigt, wie der Anfang aussieht. Er beruht auf dem Weg, den Dr. med. Max Haas in seiner Praxis in Zürich gegangen ist: In rund acht Wochen, neben der Praxis, entstanden ein Patientenportal, Online-Termine, Fragebögen mit Auswertung, Sprachaufnahme in der Sprechstunde und die Abrechnung nach TARDOC.
Beginnen Sie mit dem, was am meisten stört
Der erste Schritt ist kein Code. Der erste Schritt ist ein Satz. Was kostet Sie jede Woche am meisten Zeit? Bei Max waren es die Termine: Anfragen per Telefon und Mail, Hin und Her, Verschiebungen.
Schreiben Sie diesen Ärger in einem oder zwei Sätzen auf. Zum Beispiel: «Patientinnen und Patienten sollen ihre Termine online buchen können, und die Bestätigung soll automatisch per Mail kommen.»
So läuft die Arbeit mit der KI
Das Vorgehen ist bei jedem Baustein gleich:
- Sagen, was stört. In normaler Sprache, so wie Sie es einer Kollegin erzählen würden.
- Die KI baut. Sie zeigt ein Ergebnis und fragt nur nach, wenn wirklich etwas zu entscheiden ist.
- Im nächsten Satz nachschärfen. Passt etwas nicht, sagen Sie es. Dann wird es angepasst.
Ein echtes Beispiel: Eine Tabelle mit Einwilligungen war unübersichtlich. Der Auftrag lautete nur «arbeite mit symbolen sonst unübersichtlich». Mehr brauchte es nicht.
Was Sie dafür brauchen
- Eine KI, die Code schreiben und ausführen kann. Gebaut wurde mit Claude von Anthropic.
- Einen Ort für die Daten. Zum Beispiel eine Datenbank in einem Schweizer Rechenzentrum. Die Regeln, wer was sehen darf, gehören in die Datenbank selbst, nicht nur in die Oberfläche.
- Feste Arbeitsregeln für die KI. Etwa: keine Patientendaten lesen, nichts ohne Rückfrage versenden, Vermutungen kennzeichnen.
- Ein Projektgedächtnis. Eine kurze Übersicht und eine Liste der Entscheide mit Datum. So weiss jede neue Sitzung, wo das Projekt steht.
Typische Fehler am Anfang
- Zu viel auf einmal. Ein Baustein nach dem anderen funktioniert besser als ein grosser Plan.
- Ergebnisse nicht prüfen. Die KI macht Fehler. Jede Funktion wird zuerst mit Testdaten und an sich selbst ausprobiert.
- Patientendaten zu früh einbinden. Erst wenn klar ist, wo die Daten liegen und wer Zugriff hat, kommen echte Daten dazu.
Wie geht es weiter?
Nach den Terminen kamen bei Max Konten und Fragebögen, dann die Akte auf dem Praxisrechner, Nachrichten, Sprachaufnahme, Berichte und Abrechnung. Jeder Baustein begann mit einem Satz, was im Alltag stört.
MedBuild zeigt diesen Weg Schritt für Schritt und liefert die Bausteine dafür.
