KI in der Arztpraxis: Datenschutz und Berufsgeheimnis in der Schweiz

Von Dr. med. Max Haas · · 4 Minuten Lesezeit

Wer in der Praxis mit KI arbeitet, trägt eine besondere Verantwortung. Patientendaten unterstehen dem Berufsgeheimnis und dem Schweizer Datenschutzgesetz. Dieser Artikel beschreibt, wie Max Haas das in seiner eigenen Software gelöst hat. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Jede Praxis klärt die rechtlichen Fragen für sich.

Die wichtigste Regel: Die KI liest keine Patientenakten

Beim Bauen der Software arbeitet die KI am Code, nicht an den Akten. Dafür gibt es eine Lesesperre auf die Ordner mit Patientendaten. Die KI kann sie nicht öffnen, auch nicht aus Versehen.

Wo die Daten liegen

  • Akten, Dokumente und Befunde bleiben auf einem Rechner in der Praxis.
  • Die Daten des Portals liegen in einem Rechenzentrum in der Schweiz.
  • Sicherungen werden verschlüsselt und regelmässig geprüft.

Je weniger Orte es gibt, an denen Patientendaten liegen, desto einfacher bleibt der Überblick.

Pseudonymisierung vor jeder KI

Manchmal soll eine KI einen Text bearbeiten, etwa einen langen Vorbericht zusammenfassen. Dann werden vorher Namen, Geburtsdaten und Adressen ersetzt. Aus «Anna Muster, 12.3.1980» wird «Person A, Datum 1». Die KI sieht nur den Text ohne Personenbezug. Die Antwort wird danach in der Praxis wieder zusammengesetzt.

Für einfache Aufgaben kann auch eine lokale KI auf dem Praxisrechner laufen. Dann verlassen die Daten das Haus gar nicht.

Was jede Praxis selbst klären sollte

  • Auftragsbearbeitung: Wer Daten für die Praxis speichert oder bearbeitet, braucht einen Vertrag zur Auftragsbearbeitung und Geheimhaltung.
  • Speicherort und Anbieter: Wo stehen die Server, und welchem Recht unterliegt der Anbieter?
  • Zugriffe: Wer darf was sehen, und wo ist das technisch festgelegt?
  • Information der Patientinnen und Patienten: Was steht in der Datenschutzerklärung der Praxis?

Hilfreich sind die Leitfäden der FMH zu Berufsgeheimnis und Auftragsbearbeitung.

Fazit

Datenschutz ist kein Hindernis für eigene Software, sondern eine Bauregel von Anfang an. Wer früh festlegt, wo Daten liegen, wer zugreift und was eine KI sehen darf, baut schneller und ruhiger.